Übernahme eines laufenden Sanierungs­prozesses in einem Produktions­unternehmen

Branche:

Verarbeitendes Gewerbe

Themen:

Planungs­rechnungen, Geschäfts­führerhaftung, Operatives Management, Sanierungs­controlling, Unternehmens­verkauf

Produkte:

Verschlusskappen für die Getränke­industrie

 

Hintergrund

Ein Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern produziert in mehreren Werken Verschluss­kappen für die Getränkeindustrie.

Aufgrund von Management­problemen in der Vergangenheit und den Abnahme­verschiebungen während des Corona-Lockdowns bei gleichzeitiger erhöhter Lagerhaltung drohte die Zahlungs­unfähigkeit. Das Unternehmen war in einem laufenden langjährigen Sanierungs­prozess, der ins Stocken geraten war. Parallel dazu begannen Verkaufs­verhandlungen und dazugehörige Due- Diligence-Prozesse mit mehreren Interessenten.

Projekt

Auf Empfehlung wurde KAS vom Unternehmen beauftragt, den operativen Sanierungs­prozess zu übernehmen. Dazu haben wir die aktuellen Prozesse und Systeme auf Abteilungs­ebene analysiert, im Rahmen einer Risiko­auswertung die Probleme mit den höchsten Dringlichkeiten und Auswirkungen identifiziert und diese sukzessive bereinigt.

Parallel dazu wurde die Kommunikation mit den Gläubigern übernommen, eine integrierte Rentabilitäts-, Liquiditäts- und Bilanzplanung auf Wochenbasis aufgesetzt und diese mit den Daten aus der im Unternehmen durchgeführten Buchhaltung wöchentlich abgebildet und dokumentiert. Daraus wurde die qualifizierte Fortführungs­prognose (gemäß IDW und BGH-Rechtsprechung) für das Unternehmen abgeleitet und der künftige Liquiditäts­bedarf ermittelt.

KAS hat die Ergebnisse eng mit der Geschäftsführung und den Gesellschaftern abgestimmt und im Anschluss ggü. den Finanzierungs­partnern kommuniziert.

Resultate

Durch die professionelle Aufbereitung der relevanten Informationen in einem der Rechtsprechung und den MaRisk geforderten Dokumentations­niveau konnte die weitere Begleitung des Unternehmens im Sanierungsprozess und die Stellung des notwendigen Liquiditäts­bedarfes erreicht werden. Damit wurde die drohende Zahlungs­unfähigkeit des Unternehmens abgewendet.

Im Rahmen der operativen Begleitung wurden Ablauf­prozesse in den Abteilungen analysiert und gemeinsam mit den Mitarbeitern qualitative Probleme und vor allem Informations­defizite zwischen den Abteilungen behoben und die Prozesse optimiert. Es wurden regelmäßige Abstimmungs­runden und Meilensteine im operativen Prozess vereinbart und der Umsetzungsstand in regelmäßigen Auswertungs­intervallen festgestellt und Anpassungen vorgenommen. Im Rahmen eines Sanierungscontrollings wurde dieser Prozess auch für Externe dokumentiert.

Durch die Zuarbeit der wesentlichen Kennzahlen konnte die Due Diligence sehr schnell abgeschlossen werden und der Verkauf binnen kürzester Frist realisiert werden.

Die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wurde kontinuierlich über eine rollierende kurzfristige Liquiditäts­planung dokumentiert.

Praxistipps

  • Eine belastbare, den Anforderungen der Rechtsprechung genügende Dokumentation der für die Fortführung des Unternehmens notwendigen Planungs- und Kennzahlen schützt das Management gerade bei Entscheidungen in Krisenzeiten vor späteren Haftungsansprüchen.
  • Das Einschalten eines externen Dritten zur operativen Sanierung hilft, im Unternehmen bestehende Probleme in den Abläufen und Befindlichkeiten neutral zu erkennen. Bei empathischen Sanierungs­experten können die notwendigen Maßnahmen dann gemeinsam mit den Mitarbeitern so umgesetzt werden, dass innerhalb der Belegschaft mehr Motivation entsteht, nicht höhere Fluktuation.
  • Frühzeitiges Einschalten externer Sanierungs­experten erhält Handlungs­optionen und schafft Vertrauen auf der Gläubigerseite
  • Vermeidung der kurzfristigen Zahlungs­­unfähigkeit ist oft das Primärziel – bedingt aber meist zusätzlich die nachhaltige Umstrukturierung (leistungs- und finanzwirtschaftlich)