Insolvenzplan für eine Apotheke und Sicherstellung der Erlaubnis­voraussetzungen nach § 7 ApoG

Branche:

Gesundheitsweisen
Handel

Themen:

Kurzanalyse, Planungs­rechnungen, Geschäfts­führerhaftung, Gerichtliche Sanierung, Finanzierung, Sanierungs­controlling

Produkte:

Handel mit Medizin­produkten
Apotheke

Hintergrund

Der Unternehmer führte zum Zeitpunkt der Insolvenz­antragsstellung zwei Apotheken. Beide Standorte beschäftigen insgesamt 11 Mitarbeiter, davon in Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zwei angestellte approbierte Vollzeit-Apotheker.

Durch aufgelaufene Verluste von einem bereits geschlossenen Standort sowie dem Onlinehandel bestanden hohe Kapitaldienst­verpflichtungen aus Darlehen und Dispolinien. Die Zins- und Tilgungs­leistungen auf diese Verbindlichkeiten überstiegen die Kapitaldienstfähigkeit der verbleibenden beiden Apotheken, gleichzeitig wurden Zahlungs­ziele von Lieferanten überschritten oder es wurde nur noch per Vorkasse geliefert, was angesichts der knappen Liquidität nur begrenzt möglich war. Dadurch konnten volumenstarke Medikamente bzw. frei­verkäufliche Artikel nicht im (günstigeren) Direktbezug geordert werden, sondern wurden über den Großhandel bezogen.

Betriebswirtschaftlich verzeichnete ein Standort infolge hoher standort­bedingter Kosten und Veränderungen von wichtigen Arztstandorten einen negativen Deckungsbeitrag in Bezug auf die Offizinumsätze. Letztlich führten die zu hohen finanziellen Belastungen verbunden mit liquiditätsbedingten ungünstigen Einkaufs­konditionen zur Zahlungs­unfähigkeit.

Projekt

Nachdem der außergerichtliche Vergleich auf Basis eines Sanierungs­konzeptes durch die Nicht­zustimmung eines Großhändlers nicht umgesetzt werden konnte, begleitete KAS die Insolvenz­antrags­tellung und stellte über geeignete Ablaufprozesse in Abstimmung mit den Aufsichts­behörden und dem Insolvenz­verwalter sicher, dass die Apotheke auch in der Insolvenz innerhalb der Anforderungen des Apothekengesetzes wie auch der Insolvenz­ordnungen fortgeführt werden konnte. Es wurden die Erlaubnis­voraussetzungen nach § 7 ApoG gewährleistet.

Parallel dazu wurde die KAS mit der Erstellung eines Insolvenzplanes zur Sanierung der Apotheke beauftragt. und eine nachhaltige Weiterführung der Apothekenbetriebe auf einer wirtschaftlich und rechtlich gesicherten Basis ermöglicht.

Resultate

In kontinuierlicher Abstimmung mit dem Unternehmer bereitete KAS die Insolvenz­antrag­stellung vor und koordinierte die Fortführung der Apotheken in der Insolvenz.

Nach Abstimmung mit den Gläubigern und dem zuständigen Gericht legte KAS einen Insolvenzplan vor, der die Zustimmung der Gläubiger fand und Grundlage für die Fortführung der Apotheke war. Aus der Familie wurde den Gläubigern ein Einmalbetrag im Rahmen des Insolvenzplanes zur Verfügung gestellt und das Verfahren beendet.

KAS konnte einen institutionellen Finanzier akquirieren, der auf Basis des Fortführungs­konzeptes und des Insolvenzplanes die erforderlichen Mittel bereitstellte, beide Standorte nach der Insolvenz fortzuführen.
Im Rahmen eines externen Controllings unterstützt KAS auch im Nachgang weiterhin mit Planungs­rechnungen und darauf basierenden Abweichungs­analysen bei der Führung des Unternehmens nach apotheken­spezifischen sowie betriebs­wirtschaftlichen Leistungs­kennzahlen.

Praxistipps

  • Insolvenzplanverfahren als ernst zu nehmende Alternative zum Regelverfahren ermöglicht Schuldenbefreiung ohne Zerschlagung des Unternehmens
  • Ein qualifizierter Insolvenzplan stellt eine rechtssichere und wirtschaftliche Grundlage für die nachhaltige Weiterführung des Unternehmens dar.
  • Durch die Ordnung der Vermögensverhältnisse des Schuldners können die Erlaubnisvoraussetzungen für den Betrieb einer Apotheke wieder hergestellt werden
  • Frühzeitiges Einschalten externer Sanierungsexperten erhält Handlungsoptionen und schafft Vertrauen auf der Gläubigerseite

Meldungen mit ähnlichen Inhalten

Weitergehende Informationen

Sie haben eine ähnliche Fragestellung oder würden gerne tiefergehende Informationen zu den Themen erhalten? Informieren Sie sich auf unserem Leistungsangebot oder kontaktieren Sie uns direkt!

Mehr zum Thema