PRÜFUNG AUF INSOLVENZ­GRÜNDE

Als Gutachter prüfen wir valide das Vorliegen von Insolvenz­gründen sowie den daraus resultierenden Pflichten für Geschäfts­führung und den Konsequenzen für die Stakeholder.

Je nach Mandat begleiten wir auch die Umsetzung möglicher Entlastungs­strategien.

Insolvenz­antragsgründe

In Krisensituationen empfiehlt sich die die kontinuierliche Prüfung, ob Insolvenzgründe vorliegen. So können zeitnah entsprechende Maßnahmen zur Beseitigung eingeleitet werden oder Haftungsrisiken für die Geschäftsleitung bzw. Anfechtungsrisiken für die Gläubiger vermieden werden.

Wenn Sie eine, auch retrograde, gutachterliche Stellungnahme zur Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens oder eines Geschäftspartners benötigen, kontaktieren Sie uns unverbindlich.

Wir berücksichtigen bei unseren Gutachten die fortlaufende Rechtsprechung des BGH zur Definition und Ermittlung der Zahlungsfähigkeit und orientieren uns an den Vorgaben des IDW S 11.

Ausgehend von § 17 Abs. 2 InsO liegt Zahlungsunfähigkeit vor, wenn das Unternehmen nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen oder wenn die Zahlungen eingestellt worden sind. Beide Voraussetzungen werden im Folgenden näher erläutert.

Zahlungseinstellung

Die Vermutung der Zahlungseinstellung ist ein Ansatz, der sich nicht auf Berechnungsmethoden stützt, sondern sich an Indizien orientiert. Daher wird dieser alternative Ansatz häufig durch die Staats­anwaltschaft oder den Insolvenzverwalter angewendet, wenn Haftungsansprüche begründet werden.

Es wird Zahlungs­unfähigkeit vermutet, wenn sich aus dem Gesamt­verhalten des Schuldners auch für Außenstehende erkennbar ergibt, dass dieser seine Zahlungen eingestellt hat (§ 17 Abs. 2 S. 2 InsO). Anzeichen dafür sind beispiels­weise:

  • nicht eingehaltene Zahlungszusagen

  • zurückgegebene Lastschriften

  • Nichtzahlung von Stromrechnungen

  • Nichtzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen

  • Kontinuierlich schleppende Zahlungsweise

  • Mahnungen

  • Pfändungen und Vollstreckungen


Diese Vermutung kann aber durch die im Folgenden erläuterten Berechnungen zur Ermittlung der Zahlungsfähigkeit widerlegt werden.

Zahlungsunfähigkeit vs. Zahlungs­stockung

Der BGH vertritt in ständiger Rechtsprechung folgende Auslegung: Zahlungsunfähigkeit ist gegeben, wenn der Schuldner nicht innerhalb von drei Wochen in der Lage ist, 90 Prozent seiner fälligen Gesamt­verbindlichkeiten zu begleichen Daraus folgt, dass die Feststellung der Zahlungs­unfähigkeit in drei Schritten zu prüfen ist.