Spedition: Leasingflotte gesichert, Verträge neu kalkuliert
| Branche | Verkehr |
| Leistungen von KAS | Kurzanalyse und IBR 13-Wochen-Liquiditätsplanung Unternehmensplanung und Plausibilisierung Sanierungskonzepte und Sanierungsgutachten Operative Ergebnisverbesserung Sanierungscontrolling und Reporting Finanzierung und Refinanzierung |
| Geschäftsmodell | Speditions- und Logistikdienstleistungen mit Schwerpunkt Stückgut und Kontraktlogistik für Industriekunden |
| Unternehmensgröße | rund 60 Mitarbeiter · Umsatz im unteren zweistelligen Millionenbereich · drei Standorte |
| Mandatsrahmen | Kurzanalyse, Sanierungskonzept nach IDW S 6 zur Vorlage bei Banken und Leasinggebern, Begleitung der Umsetzung und Sanierungscontrolling · beauftragt durch die Geschäftsführung |
Ausgangslage
Das Unternehmen erbringt Speditions- und Logistikdienstleistungen mit Schwerpunkt auf Stückgut und Kontraktlogistik für Industriekunden. Einige Jahre vor Beginn des Mandats hatte es einen kleineren Wettbewerber übernommen.
Steigende Diesel- und Mautkosten, der Fahrermangel sowie rückläufige Stückgutmengen bei zwei Großkunden aus der Automobilzulieferindustrie belasteten die wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig war die Integration des übernommenen Unternehmens ausgeblieben. Unterschiedliche IT-Systeme und tarifliche Regelungen bestanden fort, Verwaltungsfunktionen wurden parallel vorgehalten.
Die Kontraktlogistikverträge basierten auf veralteten Kalkulationen. Gestiegene Kosten waren nicht an die Auftraggeber weitergegeben worden. Eine Deckungsbeitragsrechnung auf Vertragsebene fehlte, sodass die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Kundenbeziehungen nicht ausreichend transparent war.
Die Kreditlinien waren vollständig ausgeschöpft, eine Zahlungsunfähigkeit drohte. Zwei Leasingraten waren bereits verspätet beglichen worden. Auf Empfehlung einer Hausbank wandte sich der kaufmännische Geschäftsführer an KAS.
Der kritische Punkt
Die Leasinggeber hatten angekündigt, die Verträge für ein Dutzend Zugmaschinen zu kündigen. Der Wegfall dieser Fahrzeuge hätte den laufenden Geschäftsbetrieb unmittelbar zum Erliegen gebracht. Für die Vorlage eines von den Leasinggebern akzeptierten Lösungskonzepts standen rund drei Wochen zur Verfügung. Auch die Hausbanken verlangten innerhalb dieses Zeitraums eine belastbare Entscheidungsgrundlage.
Zusätzlich erschwerte ein über vier Wochen bestehender Dissens zwischen den beiden Geschäftsführern die Abstimmung der Sanierungsmaßnahmen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob der im Zuge des Zukaufs übernommene Standort geschlossen werden sollte.
Vorgehen
Die Geschäftsführung beauftragte KAS mit der Analyse der wirtschaftlichen Lage, der Entwicklung von Maßnahmen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit und der Erstellung eines Sanierungskonzepts für Banken und Leasinggeber. Der Auftrag umfasste außerdem die Begleitung der Umsetzung.
Woche 1–2
Woche 3–7
ab Monat 3
monatlich
Die Leasinggeber wurden frühzeitig in die Entwicklung der Lösung eingebunden. Anhand der Deckungsbeitragsrechnung je Fahrzeug zeigten wir, unter welchen Voraussetzungen die Flotte nach Anpassung der Kundenverträge wirtschaftlich betrieben werden konnte. Auf dieser Grundlage stimmten die Leasinggeber einer Stundung der Raten zu und verzichteten auf die angekündigten Kündigungen.
Ergebnis
Die Hausbanken akzeptierten das Sanierungskonzept und stellten eine Brückenfinanzierung bereit. Mit den Leasinggebern wurden Stundungsvereinbarungen geschlossen. Dadurch konnten die Zugmaschinen weiter eingesetzt und der Geschäftsbetrieb ohne Unterbrechung fortgeführt werden.
Die eingeführte Kalkulation je Vertrag und Fahrzeug schuf Transparenz über die Ergebnisbeiträge der einzelnen Aufträge. Durch die Zusammenführung der Standorte und Verwaltungsfunktionen wurden die seit dem Zukauf bestehenden Doppelstrukturen abgebaut.
Die Restrukturierung war mit Einschnitten verbunden: Ein Standort wurde aufgegeben, zwei dauerhaft defizitäre Kundenbeziehungen wurden beendet und rund zehn Arbeitsplätze entfielen. KAS begleitete die weitere Umsetzung durch ein monatliches Sanierungscontrolling.
Maßnahmen
Praxistipps
Vertraulichkeit. Alle Mandate sind anonymisiert dargestellt, Kennzahlen gerundet oder in Spannen angegeben.
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