Gebäckhersteller: Vorfinanzierung gesichert, Auslastung gesteigert
| Branche | Lebensmittel |
| Leistungen von KAS | Kurzanalyse und IBR Prüfung auf Insolvenzgründe 13-Wochen-Liquiditätsplanung Unternehmensplanung und Plausibilisierung Fortbestehensprognose Sanierungskonzepte und Sanierungsgutachten Finanzierung und Refinanzierung |
| Geschäftsmodell | Industrielle Herstellung von Gebäckspezialitäten für Spezialitätenhandel, Lebensmitteleinzelhandel und Export, auch als Handelsmarke |
| Unternehmensgröße | rund 25 Mitarbeiter · Umsatz im einstelligen Millionenbereich |
| Mandatsrahmen | Umstrukturierungskonzept mit Prüfung der Insolvenzgründe, Fortbestehensprognose und Planung in zwei Szenarien zur Vorlage bei Hausbanken und Förderbank · beauftragt durch den geschäftsführenden Gesellschafter |
Ausgangslage
Das junge Unternehmen produziert Gebäckspezialitäten in industrieller Fertigung. Es beliefert den Spezialitätenhandel, Ketten des Lebensmitteleinzelhandels mit entsprechendem Sortiment sowie Kunden im Ausland. Teile des Angebots bedienen spezialisierte Marktsegmente.
Nach einer zunächst positiven Entwicklung gingen die Umsätze zurück. Gleichzeitig entstanden während der Aufbauphase zusätzliche Kosten, die in der ursprünglichen Gründungsplanung nicht berücksichtigt worden waren. Dazu zählten die Zertifizierung nach einem internationalen Lebensmittelstandard, der Aufbau des Qualitätsmanagements, die Entwicklung von Marke und Verpackung sowie Aufwendungen für Messen, Außendienst und ein Warenwirtschaftssystem. Ein bereits bewilligter Investitionszuschuss war noch nicht ausgezahlt.
Diese Belastungen führten zu einer zunehmenden Inanspruchnahme der Kontokorrentlinien. Die wesentlichen Lieferanten unterstützten das Unternehmen durch befristete Stundungen oder Vereinbarungen zur ratierlichen Rückführung ihrer Forderungen.
Der kritische Punkt
Mit dem Auslaufen der Stundungsvereinbarungen entstand ein zusätzlicher Liquiditätsbedarf im mittleren sechsstelligen Bereich. Ohne eine ergänzende Finanzierung drohte Zahlungsunfähigkeit. Zugleich bestand eine bilanzielle Überschuldung, sodass die Fortbestehensprognose für die Beurteilung der weiteren Fortführung von besonderer Bedeutung war.
Die Finanzierung sollte durch eine Umstrukturierungsbeihilfe der Förderbank und Beiträge der beiden Hausbanken erfolgen. Für deren Entscheidung musste das Konzept nachvollziehbar zeigen, welches Umsatzniveau für einen kostendeckenden Betrieb erforderlich war und mit welchen Aufträgen dieses erreicht werden konnte.
Vorgehen
Der geschäftsführende Gesellschafter beauftragte KAS mit der Erstellung eines Umstrukturierungskonzepts zur Vorlage bei den Hausbanken und der Förderbank.
Die Bestimmung der Umsatzschwelle war eine wesentliche Grundlage des Konzepts. Die vorhandenen Produktionsanlagen verfügten über ausreichende Kapazitäten, um zusätzliche Aufträge ohne weitere Investitionen zu bearbeiten. Eine höhere Auslastung konnte deshalb die Fixkosten auf größere Produktionsmengen verteilen und die Ergebnisentwicklung deutlich verbessern.
Ergebnis
Zum Konzeptstichtag ergab sich unter Berücksichtigung der vorgesehenen Maßnahmen und der geplanten Finanzierung eine positive Fortbestehensprognose. Nach Überbrückung der Vorfinanzierungsphase wies die Planung positive Zahlungsüberschüsse aus.
Die Förderbank und die beiden Hausbanken stellten die erforderlichen Mittel bereit. Der geplante Handelsmarkenauftrag kam zustande, und die Fertigung wurde auf Mehrschichtbetrieb umgestellt. Die wesentlichen Bestandteile des Konzepts wurden damit wie vorgesehen umgesetzt.
Die höhere Auslastung verbesserte die Kostenrelation, ohne zusätzliche Investitionen in die Produktionsanlagen zu erfordern. Mit dem Handelsmarkenauftrag nahm allerdings auch die Abhängigkeit von einem einzelnen Abnehmer zu. Dieses Konzentrationsrisiko war in der weiteren Unternehmensplanung zu berücksichtigen.
Maßnahmen
Praxistipps
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