Zahlungsunfähigkeit abgewendet – Sanierung einer Filialbäckerei
| Branche | Lebensmittel · Handel |
| Leistungen von KAS | Kurzanalyse und IBR Prüfung auf Insolvenzgründe Geschäftsführerhaftung in der Krise Bewertung von Sanierungsoptionen Sanierungskonzepte und Sanierungsgutachten Operative Ergebnisverbesserung Sanierungscontrolling und Reporting Finanzierung und Refinanzierung 13-Wochen-Liquiditätsplanung |
| Geschäftsmodell | Handwerkliche Backwaren aus eigener Produktion, Verkauf über ein eigenes Filialnetz, dazu ein Cateringgeschäft |
| Unternehmensgröße | rund 140 Mitarbeiter · Umsatz im unteren zweistelligen Millionenbereich · zentrale Backstube und rund 20 Filialen |
| Mandatsrahmen | Sanierungsbegleitung mit Sanierungskonzept nach IDW S 6 · beauftragt durch die Geschäftsführung auf Empfehlung der Hausbank |
Ausgangslage
Das Familienunternehmen wurde in dritter Generation geführt und verkaufte seine Backwaren aus eigener Produktion überwiegend über ein eigenes Filialnetz. Drei Jahre vor unserer Beauftragung hatte der Sohn des bisherigen Inhabers die Geschäftsführung übernommen.
Von außen stiegen 2022 und 2023 die Energiekosten sprunghaft, die in einer Backstube ein Produktionsfaktor sind und kein Nebenkostenposten; zugleich blieben Filialen mangels Verkaufspersonal zeitweise geschlossen. Intern standen die Mieten der Innenstadtlagen in keinem Verhältnis mehr zum Umsatz dieser Filialen.
Der Geschäftsführer wandte sich auf Empfehlung der Hausbank an uns. Zu diesem Zeitpunkt war die Kontokorrentlinie ausgeschöpft, und die Beiträge zur Sozialversicherung waren zwei Monate im Rückstand.
Der kritische Punkt
Die Kurzanalyse zeigte früh, dass ein Teil des Filialnetzes nicht zu halten war. Für den Geschäftsführer stand damit das Lebenswerk seines Vaters zur Disposition, und er wollte zunächst keine einzige Filiale schließen. Sechs Wochen vergingen, bis er die notwendigen Schließungen mittrug. In dieser Zeit schmolz die Liquidität aus der ausgeweiteten Kontokorrentlinie weiter ab. Mit jeder Woche Verzögerung verringerte sich zudem der Handlungsspielraum: Mit Eintritt der Zahlungsunfähigkeit wäre der Weg über das StaRUG versperrt gewesen.
Vorgehen
Unser Auftrag war ein Sanierungskonzept nach IDW S 6, dem Standard, an dem Banken die Sanierungsfähigkeit messen.
Woche 1–2
1 Woche
4 Wochen
monatlich
Grundlage der Standortentscheidung war eine Rechnung: Jede Filiale wurde einzeln auf ihren Deckungsbeitrag nach Miete durchgerechnet und dem die Mietbindung sowie die Liquiditätswirkung jeder Woche Verzögerung gegenübergestellt. Damit stand nicht mehr die Frage im Raum, ob geschlossen wird, sondern welche Standorte das übrige Netz mitfinanzierten und wie lange sich das Unternehmen diese Quersubvention noch leisten konnte.
Ergebnis
Backstube und Cateringgeschäft wurden fortgeführt, die verbleibenden Filialen öffneten wieder regulär.
Die dokumentierte Bewertung der Sanierungsoptionen belegte zudem, dass die Geschäftsführung auf Grundlage angemessener Information entschieden hatte, wie es § 1 StaRUG bei erkannter Krise verlangt.
Der Preis waren sechs zum Teil jahrzehntealte Standorte und rund 25 Arbeitsplätze; ohne diesen Schnitt wären alle 140 Arbeitsplätze betroffen gewesen.
Maßnahmen
Praxistipps
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