Positive Fortführungsprognose für ein Homecare-Start-up
| Branche | Gesundheitswesen · Handel |
| Leistungen von KAS | Prüfung auf Insolvenzgründe Unternehmensplanung und Plausibilisierung Fortführungsprognose Fortbestehensprognose |
| Geschäftsmodell | Versorgung von Patienten mit erklärungsbedürftigen medizinischen Hilfsmitteln im häuslichen Umfeld, abgerechnet mit den gesetzlichen Krankenkassen. |
| Unternehmensgröße | Rund 40 Mitarbeiter, Umsatz im niedrigen einstelligen Millionenbereich |
| Mandatsrahmen | Prüfung der Planungsinstrumente und Erstellung der Fortführungsprognose zum Stichtag; Auftraggeber war die Geschäftsführung, Empfänger der Prognose die Hausbank |
Ausgangslage
Das Unternehmen versorgt Patienten nach Operationen oder mit chronischen Erkrankungen mit erklärungsbedürftigen medizinischen Hilfsmitteln, unter anderem in der Stoma-, Kontinenz- und Wundversorgung. Es berät Patienten, Angehörige und Pflegedienste und rechnet die Versorgung auf Grundlage von Verträgen mit den gesetzlichen Krankenkassen ab. Zum Stichtag befand sich die Gesellschaft noch in der Aufbauphase.
Wie im Businessplan vorgesehen, erwirtschaftete das Unternehmen in der Anlaufphase Verluste. Im zweiten vollen Geschäftsjahr stellte es zudem mehr Personal ein als geplant, um erfahrene Fachkräfte mit Kontakten zu Zielkunden zu gewinnen. Der Umsatz wuchs dadurch nicht im gleichen Maß wie die Personalkosten.
Die Verluste wurden über ein Bankdarlehen, Gesellschafterdarlehen und Einzahlungen in das Eigenkapital finanziert. Trotz der Kapitalerhöhung wies die Bilanz einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Die Hausbank machte die weitere Finanzierung der Anlaufphase deshalb von einer Fortführungsprognose abhängig.
Der kritische Punkt
Vorgehen
Unser Auftrag umfasste die Prüfung der Planungsinstrumente und des Planungsprozesses auf ihre Eignung für eine Fortführungsprognose sowie die Erstellung der Prognose zum Stichtag.
Wesentlich war, dass die Planung im Unternehmen etabliert war und laufend mit Ist-Daten abgeglichen wurde. Die Annahmen zu Neukunden, Personal und Kliniken ließen sich dadurch an der tatsächlichen Entwicklung nachvollziehen.
Ergebnis
Zum Stichtag ergab sich unter Berücksichtigung der vorgesehenen Finanzierungsmaßnahmen eine positive Fortbestehensprognose. Eine Überschuldung im Sinne des § 19 InsO lag damit nicht vor. Die Planung zeigt eine kontinuierliche Verringerung der Verluste und das Erreichen der Gewinnschwelle im dritten Planjahr.
Die bilanzielle Überschuldung bleibt im Planungszeitraum bestehen. Die Planungsprämissen sind deshalb von der Geschäftsführung laufend nachzuhalten, damit bei Abweichungen rechtzeitig gegengesteuert werden kann. Die weitere Finanzierung der Anlaufphase setzt die Bewilligung der vorgesehenen Darlehen voraus.
Maßnahmen
Praxistipps
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