Tiefbau: Überschuldung beseitigt, Fortführung gesichert
| Branche | Baugewerbe |
| Leistungen von KAS | Kurzanalyse und IBR Prüfung auf Insolvenzgründe 13-Wochen-Liquiditätsplanung Unternehmensplanung und Plausibilisierung Fortbestehensprognose Sanierungskonzepte und Sanierungsgutachten Operative Ergebnisverbesserung Finanzierung und Refinanzierung |
| Geschäftsmodell | Inhabergeführtes Bauunternehmen im Straßen-, Tief- und Leitungsbau, überwiegend für öffentliche Auftraggeber |
| Unternehmensgröße | rund 100 Beschäftigte · Umsatz im zweistelligen Millionenbereich |
| Mandatsrahmen | Sanierungskonzept mit Prüfung der Insolvenzgründe und Fortbestehensprognose zur Vorlage bei den Banken, Begleitung der Bankgespräche · beauftragt durch die Geschäftsführung |
Ausgangslage
Das inhabergeführte Unternehmen ist im Straßen-, Tief- und Leitungsbau tätig. Seine Auftraggeber sind nahezu ausschließlich öffentliche Stellen. In den Jahren vor dem Mandat hatte das Unternehmen ein starkes Wachstum verzeichnet. Die erzielten Umsätze lagen für die Unternehmensgröße im branchenüblichen Rahmen, die Ertragskraft hielt mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt.
Sowohl der Materialaufwand als auch die Personalkosten stiegen im Verhältnis zur Gesamtleistung deutlich an. Eine nach Gewerken differenzierte Ergebnisrechnung fehlte, die Kostenkontrolle war unzureichend. Projektrisiken wurden überwiegend selbst getragen und nur in geringem Umfang vertraglich an Subunternehmer weitergegeben. Über mehrere Jahre erwirtschaftete das Unternehmen operative Verluste.
Drei Bauvorhaben führten schließlich zu besonders hohen Verlusten. Als wesentliche Ursachen erwiesen sich Fehler in der Auftragskalkulation, eine unzureichende Baustellensteuerung und Belastungen aus dem Einsatz von Leiharbeitern. Zum letzten Bilanzstichtag bestand eine bilanzielle Überschuldung. Gleichzeitig reichten die verfügbaren liquiden Mittel nicht mehr aus, um den Finanzierungsbedarf zu decken.
Der kritische Punkt
Trotz eines Gesellschafterdarlehens und vereinbarter Stundungen mit Lieferanten, Sozialkassen und dem Finanzamt verblieb eine Finanzierungslücke im mittleren sechsstelligen Bereich. Neben der kurzfristigen Liquiditätssicherung waren Maßnahmen zur Stärkung der Vermögenslage und zur Beseitigung der bilanziellen Überschuldung erforderlich.
Die Fortführung setzte die Unterstützung beider finanzierenden Banken voraus. Benötigt wurden ein zusätzlicher Sanierungskredit der Hausbank und die Aussetzung der Tilgung eines Betriebsmitteldarlehens bei der zweiten Bank. Das Sanierungskonzept sollte nachvollziehbar darlegen, unter welchen Voraussetzungen die Finanzierungslücke geschlossen und die wirtschaftliche Tragfähigkeit wiederhergestellt werden konnte.
Vorgehen
Die Geschäftsführung beauftragte KAS mit der Erstellung eines Sanierungskonzepts zur Vorlage bei den Banken sowie mit der Begleitung der Gespräche mit den weiteren Beteiligten.
Die projektbezogene Auswertung war eine wesentliche Grundlage des Konzepts. Sie zeigte, dass die Verluste vor allem auf konkrete Schwächen in Kalkulation, Einkauf und Baustellensteuerung zurückzuführen waren. Daraus ließ sich ableiten, wie das Unternehmen mit einer angepassten Personalstruktur und verbindlichen Kontrollprozessen wieder wirtschaftlich arbeiten konnte.
Ergebnis
Die Banken stimmten dem Sanierungskonzept zu. Die Hausbank gewährte den zusätzlichen Sanierungskredit, während die zweite Bank die Tilgung aussetzte. Durch den Beitrag der Gesellschafter wurde zudem die bilanzielle Überschuldung beseitigt. Unter Berücksichtigung der vereinbarten Finanzierung und der Sanierungsmaßnahmen ergab sich eine positive Fortbestehensprognose.
Das Unternehmen setzte die vorgesehenen Maßnahmen wie geplant um. Die Restrukturierung war mit personellen und wirtschaftlichen Einschnitten verbunden: Die Belegschaft wurde auf eine Kernmannschaft reduziert, und die Gesellschafter senkten ihre Vergütung. Zugleich wurde ein geringeres Umsatzvolumen in Kauf genommen, um eine deutlich günstigere Relation zwischen Leistung und Kosten zu erreichen.
Maßnahmen
Praxistipps
Vertraulichkeit. Alle Mandate sind anonymisiert dargestellt, Kennzahlen gerundet oder in Spannen angegeben.
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