Systembau: Planung plausibilisiert, Kreditlinie ausgeweitet
| Branche | Baugewerbe · Verarbeitendes Gewerbe |
| Leistungen von KAS | Unternehmensplanung und Plausibilisierung Finanzierung und Refinanzierung |
| Geschäftsmodell | Systembau mit eigener Vorfertigung für Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude; wenige Großprojekte je Jahr |
| Unternehmensgröße | rund 50 Mitarbeiter · Jahresleistung je nach Projektlage im einstelligen bis zweistelligen Millionenbereich |
| Mandatsrahmen | Plausibilisierung der Unternehmensplanung, Überführung in eine integrierte Monatsplanung bis Ende des Folgejahres und Begleitung der Gespräche mit der Hausbank · beauftragt durch die Geschäftsführung |
Ausgangslage
Das Unternehmen errichtet Schulen, Kindertagesstätten und Verwaltungsgebäude in Systembauweise. Die Bauelemente werden im eigenen Werk vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert. Das Geschäft ist durch wenige großvolumige Projekte pro Jahr geprägt.
Die mehrjährigen Projektverläufe führen zu deutlichen Schwankungen der ausgewiesenen Umsätze und Ergebnisse. Während die Projektkosten laufend anfallen und unfertige Leistungen bilanziell berücksichtigt werden, werden die Projektgewinne erst bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Ergebnisrealisierung ausgewiesen. Im betrachteten Zeitraum konzentrierten sich die erwarteten Projektabschlüsse auf das Folgejahr. Das laufende Geschäftsjahr zeigte deshalb trotz planmäßigem Projektfortschritt einen Verlust.
Die Liquiditätsentwicklung wird wesentlich durch die vereinbarten Abschlagszahlungen bestimmt. Zwischen den Zahlungseingängen muss das Unternehmen Material- und Personalkosten vorfinanzieren. Dadurch war die Kontokorrentlinie zeitweise weitgehend ausgeschöpft. Zusätzlich hatten Investitionen in die eigenen Betriebsimmobilien Mittel gebunden, die aus dem laufenden Geschäft finanziert worden waren.
Vor einer Ausweitung der Kreditlinie verlangte die Hausbank eine plausibilisierte Unternehmensplanung.
Der kritische Punkt
Die isolierte Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres erschwerte die Finanzierungsentscheidung: Die Gewinn- und Verlustrechnung wies einen Verlust aus, während die Kreditlinie bereits stark beansprucht war. Für die Hausbank musste nachvollziehbar werden, in welchem Umfang die Ergebnisentwicklung durch die zeitliche Verteilung der Projektabschlüsse geprägt war und welche Ergebnisbeiträge im Folgejahr zu erwarten waren.
Zugleich waren Höhe und Zeitpunkt des maximalen Liquiditätsbedarfs zu bestimmen. Erst auf dieser Grundlage ließen sich die erforderliche Kontokorrentlinie und die langfristige Nachfinanzierung der Immobilieninvestitionen angemessen bemessen.
Vorgehen
Die Geschäftsführung beauftragte KAS, die bestehende Planung zu plausibilisieren, in eine integrierte Monatsplanung bis zum Ende des Folgejahres zu überführen und die Ergebnisse mit der Hausbank abzustimmen.
Woche 1
Woche 2
Woche 2–3
Woche 3
Wesentlich war die gemeinsame Betrachtung beider Geschäftsjahre. Die Planung zeigte, dass die im Folgejahr erwarteten Projektgewinne den Verlust des laufenden Jahres deutlich überkompensieren sollten. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass die höchste Linieninanspruchnahme bereits im Frühjahr zu erwarten war. Ursache war ein längerer Zeitraum zwischen zwei Abschlagszahlungen des größten Projekts.
Ergebnis
Die Hausbank bestätigte die Ausweitung der Kontokorrentlinie sowie die langfristige Nachfinanzierung der Immobilieninvestitionen. Beide Finanzierungsbausteine waren erforderlich, um den ermittelten Spitzenbedarf zu decken und die Zahlungsfähigkeit während der Vorfinanzierungsphase zu sichern.
Die Nachkalkulation bestätigte die Kalkulationsgrundlagen des Unternehmens. Die interne Liquiditätsplanung wird mit angepassten Pauschalansätzen fortgeführt.
Darüber hinaus wurde ein jährliches Mindestprojektvolumen als Steuerungsgröße abgeleitet. Es zeigt, welches Geschäftsvolumen erforderlich ist, um die bestehende Kostenstruktur und die Belastungen aus der zusätzlichen Finanzierung zu tragen.
Maßnahmen
Praxistipps
Vertraulichkeit. Alle Mandate sind anonymisiert dargestellt, Kennzahlen gerundet oder in Spannen angegeben.
Sie stehen vor ähnlichen Fragen?
Wir besprechen mit Ihnen, welche Erfahrungen aus unseren Mandaten für Ihr Unternehmen hilfreich sein können und welche nächsten Schritte infrage kommen. Das Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich.
