Systembau: Planung plausibilisiert, Kreditlinie ausgeweitet

Steckbrief
Branche Baugewerbe · Verarbeitendes Gewerbe
Leistungen von KAS Unternehmensplanung und Plausibilisierung Finanzierung und Refinanzierung
Geschäftsmodell Systembau mit eigener Vorfertigung für Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude; wenige Großprojekte je Jahr
Unternehmensgröße rund 50 Mitarbeiter · Jahresleistung je nach Projektlage im einstelligen bis zweistelligen Millionenbereich
Mandatsrahmen Plausibilisierung der Unternehmensplanung, Überführung in eine integrierte Monatsplanung bis Ende des Folgejahres und Begleitung der Gespräche mit der Hausbank · beauftragt durch die Geschäftsführung
Ergebnis auf einen Blick
Kontokorrentlinie ausgeweitetErhöhung auf rund 2 Mio. €, bestätigt durch die Hausbank.
Investitionen nachfinanziertLangfristige Finanzierung von rund 1,5 Mio. € für bereits getätigte Investitionen in die Betriebsimmobilien.
Kalkulation bestätigtDie Nachkalkulation abgeschlossener Projekte bestätigte das Erreichen der angesetzten Zielmargen.
Mandat in drei Wochen abgeschlossenVon der Analyse der wirtschaftlichen Lage bis zur Vorlage und Besprechung der Ergebnisse bei der Hausbank.

Ausgangslage

Das Unternehmen errichtet Schulen, Kindertagesstätten und Verwaltungsgebäude in Systembauweise. Die Bauelemente werden im eigenen Werk vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert. Das Geschäft ist durch wenige großvolumige Projekte pro Jahr geprägt.

Die mehrjährigen Projektverläufe führen zu deutlichen Schwankungen der ausgewiesenen Umsätze und Ergebnisse. Während die Projektkosten laufend anfallen und unfertige Leistungen bilanziell berücksichtigt werden, werden die Projektgewinne erst bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Ergebnisrealisierung ausgewiesen. Im betrachteten Zeitraum konzentrierten sich die erwarteten Projektabschlüsse auf das Folgejahr. Das laufende Geschäftsjahr zeigte deshalb trotz planmäßigem Projektfortschritt einen Verlust.

Die Liquiditätsentwicklung wird wesentlich durch die vereinbarten Abschlagszahlungen bestimmt. Zwischen den Zahlungseingängen muss das Unternehmen Material- und Personalkosten vorfinanzieren. Dadurch war die Kontokorrentlinie zeitweise weitgehend ausgeschöpft. Zusätzlich hatten Investitionen in die eigenen Betriebsimmobilien Mittel gebunden, die aus dem laufenden Geschäft finanziert worden waren.

Vor einer Ausweitung der Kreditlinie verlangte die Hausbank eine plausibilisierte Unternehmensplanung.

Der kritische Punkt

Die isolierte Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres erschwerte die Finanzierungsentscheidung: Die Gewinn- und Verlustrechnung wies einen Verlust aus, während die Kreditlinie bereits stark beansprucht war. Für die Hausbank musste nachvollziehbar werden, in welchem Umfang die Ergebnisentwicklung durch die zeitliche Verteilung der Projektabschlüsse geprägt war und welche Ergebnisbeiträge im Folgejahr zu erwarten waren.

Zugleich waren Höhe und Zeitpunkt des maximalen Liquiditätsbedarfs zu bestimmen. Erst auf dieser Grundlage ließen sich die erforderliche Kontokorrentlinie und die langfristige Nachfinanzierung der Immobilieninvestitionen angemessen bemessen.

Vorgehen

Die Geschäftsführung beauftragte KAS, die bestehende Planung zu plausibilisieren, in eine integrierte Monatsplanung bis zum Ende des Folgejahres zu überführen und die Ergebnisse mit der Hausbank abzustimmen.

Analyse der Ist-Situation
In der ersten Woche werteten wir die Buchführung, die Offene-Posten-Listen und die teilfertigen Leistungen aus. Wir erfassten die laufenden und geplanten Projekte einschließlich ihrer erwarteten Zahlungsströme und untersuchten die Verbindlichkeiten sowie die Kredit- und Sicherheitenverträge.

Woche 1

Plausibilisierung
In der zweiten Woche überprüften wir die Kalkulationsgrundlagen anhand abgeschlossener Projekte aus den Vorjahren. Die Nachkalkulation bestätigte, dass die angesetzten Zielmargen erreicht worden waren. Die intern geführte Liquiditätsplanung erwies sich als geeignete Grundlage. Die darin verwendeten monatlichen Pauschalansätze wurden unter anderem im Hinblick auf die zusätzliche Finanzierung moderat erhöht.

Woche 2

Integrierte Planung
In der zweiten und dritten Woche überführten wir die Projektplanung in eine monatliche Ertrags-, Liquiditäts- und Bilanzplanung bis zum Ende des Folgejahres. Daraus ermittelten wir den Finanzierungsbedarf sowie Höhe und Zeitpunkt der maximalen Inanspruchnahme der Kontokorrentlinie.

Woche 2–3

Bankvorlage
In der dritten Woche stimmten wir die Ergebnisse mit der Geschäftsführung ab, fassten sie in einem Kurzbericht zusammen und erläuterten sie gegenüber der Hausbank.

Woche 3

Wesentlich war die gemeinsame Betrachtung beider Geschäftsjahre. Die Planung zeigte, dass die im Folgejahr erwarteten Projektgewinne den Verlust des laufenden Jahres deutlich überkompensieren sollten. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass die höchste Linieninanspruchnahme bereits im Frühjahr zu erwarten war. Ursache war ein längerer Zeitraum zwischen zwei Abschlagszahlungen des größten Projekts.

Schematische Darstellung: Inanspruchnahme der Kontokorrentlinie über zwei Geschäftsjahre. Die bisherige Linie reicht nicht aus; die höchste Inanspruchnahme entsteht im Frühjahr zwischen zwei Abschlagszahlungen des größten Projekts.

Ergebnis

Die Hausbank bestätigte die Ausweitung der Kontokorrentlinie sowie die langfristige Nachfinanzierung der Immobilieninvestitionen. Beide Finanzierungsbausteine waren erforderlich, um den ermittelten Spitzenbedarf zu decken und die Zahlungsfähigkeit während der Vorfinanzierungsphase zu sichern.

Die Nachkalkulation bestätigte die Kalkulationsgrundlagen des Unternehmens. Die interne Liquiditätsplanung wird mit angepassten Pauschalansätzen fortgeführt.

Darüber hinaus wurde ein jährliches Mindestprojektvolumen als Steuerungsgröße abgeleitet. Es zeigt, welches Geschäftsvolumen erforderlich ist, um die bestehende Kostenstruktur und die Belastungen aus der zusätzlichen Finanzierung zu tragen.

Maßnahmen

Leistungswirtschaftlich
Die bestehende interne Liquiditätsplanung wird fortgeführt. Die monatlichen Pauschalansätze wurden an den aktualisierten Bedarf angepasst.
Die Abrechnungs- und Zahlungsrhythmen der Großprojekte werden in der Planung berücksichtigt, um Spitzen der Kreditlinieninanspruchnahme frühzeitig zu erkennen.
Ein jährliches Mindestprojektvolumen dient als Grundlage für die Vertriebs- und Kapazitätsplanung.
Finanzwirtschaftlich
Die Hausbank erhöhte die Kontokorrentlinie.
Bereits aus laufenden Mitteln finanzierte Investitionen in die Betriebsimmobilien wurden langfristig nachfinanziert.

Praxistipps

Betrachten Sie Projektgeschäft über mehrere Jahre.
Bei wenigen großen Projekten können sich Umsätze und Ergebnisbeiträge sehr ungleich auf die Geschäftsjahre verteilen. Eine mehrjährige Betrachtung hilft, diese zeitlichen Effekte von grundlegenden Ertragsproblemen zu unterscheiden. In diesem Fall sollten die erwarteten Projektgewinne des Folgejahres den Verlust des laufenden Jahres deutlich überkompensieren.
Planen Sie die Abschläge, nicht nur die Umsätze.
Für den Liquiditätsbedarf sind die Zeitpunkte der Auszahlungen und der tatsächlichen Zahlungseingänge entscheidend. Im vorliegenden Fall entstand der höchste Finanzierungsbedarf während eines längeren Zeitraums zwischen zwei Abschlagszahlungen des größten Projekts.
Finanzieren Sie Immobilien langfristig.
Werden Immobilieninvestitionen aus laufenden Mitteln bezahlt, kann die Liquidität für die Vorfinanzierung von Projekten fehlen. Eine langfristige Finanzierung sollte deshalb auf die Kapitalbindung abgestimmt werden. Hier setzte die Nachfinanzierung Mittel frei, die für das operative Geschäft benötigt wurden.
Belegen Sie Ihre Kalkulation mit Zahlen.
Die Nachkalkulation abgeschlossener Projekte zeigt, inwieweit angesetzte Margen tatsächlich erreicht wurden. Sie liefert damit eine wesentliche Grundlage für die Beurteilung künftiger Planungsannahmen. In diesem Mandat stützte sie die Einschätzung, dass die kalkulierten Projektmargen plausibel waren.

Vertraulichkeit. Alle Mandate sind anonymisiert dargestellt, Kennzahlen gerundet oder in Spannen angegeben. 

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