Markteintritt in Deutschland für einen Kunststoffrecycler

Steckbrief
Branche Energie und Rohstoffe · Verarbeitendes Gewerbe
Leistungen von KAS Unternehmensplanung und Plausibilisierung Interimsmanagement und CRO Finanzierung und Refinanzierung
Geschäftsmodell Herstellung von Kunststoffrezyklaten aus gebrauchten Kunststoffabfällen für die weiterverarbeitende Industrie.
Unternehmensgröße Muttergesellschaft mit rund 200 Mitarbeitern, Umsatz im zweistelligen Millionenbereich
Mandatsrahmen Gründung und Aufbau der deutschen Tochtergesellschaft mit Interimsgeschäftsführung bis zur Übergabe; Auftraggeber war die ausländische Muttergesellschaft
Ergebnis auf einen Blick
Tochtergesellschaft gegründetErrichtung einer GmbH und Eintragung im Handelsregister.
Betriebsimmobilie erworbenKauf der Liegenschaft für den deutschen Standort.
Finanzierung gesichertFinanzierung von Immobilie und Anlauf auf Grundlage der integrierten Planung.
Aufbau in knapp elf MonatenVon der Gründung bis zur gesicherten Finanzierung des Standorts.
Geschäftsführung übergebenStrukturierte Übergabe an einen dauerhaften Geschäftsführer in der Nachgründungsphase.

Ausgangslage

Die Muttergesellschaft ist ein Kunststoffrecycler aus dem europäischen Ausland. Sie beabsichtigte, mit einer eigenen Gesellschaft in Deutschland tätig zu werden, um näher an den Rohstoffquellen und an den Absatzmärkten zu produzieren.

In Deutschland bestanden weder eine Organisation noch eigene Mitarbeiter oder Ansprechpartner bei Banken und Behörden. Ebenso fehlten eine Planung für den deutschen Standort und eine belastbare Ermittlung des Finanzbedarfs.

Der kritische Punkt

Die neu gegründete Gesellschaft verfügte weder über eine Geschäftshistorie noch über eigene Sicherheiten in Deutschland. Der Erwerb der Betriebsimmobilie und der Anlauf des Geschäftsbetriebs setzten deshalb eine Finanzierung voraus, deren Gewährung von der Planung und der Einbindung der Muttergesellschaft abhing.

Vorgehen

Unser Auftrag umfasste die Gründung der deutschen Tochtergesellschaft und ihre Führung bis zur Übergabe an einen dauerhaften Geschäftsführer.

Gründung
Mit der Gründung begleiteten wir die Errichtung der GmbH und übernahmen die Geschäftsführung auf Zeit. Die Gesellschaft war damit von Beginn an in Deutschland handlungsfähig.
Planung und Finanzbedarf
Wir erstellten eine integrierte Planung für den deutschen Standort. Aus ihr ermittelten wir den Finanzbedarf für Investitionen und Anlaufphase.
Erwerb der Liegenschaft
Als Geschäftsführung übernahmen wir die Suche nach einer geeigneten Betriebsimmobilie, die Auswahl und die Kaufverhandlungen. Suche und Verhandlungen bestimmten maßgeblich die Dauer des Aufbaus.
Finanzierung
Im Anschluss an den Erwerb verhandelten wir die Finanzierung von Immobilie und Anlauf. Gegenüber den Geldgebern erläuterten wir die Planung und die Einbindung der Muttergesellschaft.
Übergabe
In der Nachgründungsphase übergaben wir die Geschäftsführung strukturiert an einen dauerhaften Geschäftsführer.

Eine wesentliche Voraussetzung war, dass Planung, Immobilientransaktion und Finanzierungsverhandlung in einer Hand lagen. Die Geldgeber hatten dadurch einen Ansprechpartner, der die Annahmen der Planung und den Stand der Transaktion gleichermaßen erläutern konnte.

Ergebnis

Die Tochtergesellschaft verfügte über einen eigenen Standort und eine gesicherte Finanzierung. Die Betriebsimmobilie stand im Eigentum der Gesellschaft. Mit der Übergabe der Geschäftsführung endete die Interimsgeschäftsführung durch KAS.

Maßnahmen

Leistungswirtschaftlich
Die Muttergesellschaft entschied sich für einen eigenen Standort in Deutschland. Er sollte die Wege zu Rohstoffquellen und Abnehmern verkürzen.
Finanzwirtschaftlich
Die Muttergesellschaft stattete die Tochter bei der Gründung mit Stammkapital aus. Sie war zudem in die Finanzierung eingebunden.
Die Geldgeber finanzierten den Erwerb der Betriebsimmobilie und den Anlauf des Standorts.

Praxistipps

Die deutsche Gesellschaft früh handlungsfähig machen
Ein Markteintritt sollte mit einer Geschäftsführung vor Ort beginnen, die gegenüber Banken, Behörden und Vertragspartnern sofort handeln kann. In diesem Fall übernahm KAS die Geschäftsführung auf Zeit bereits mit der Gründung. Planung, Immobilienerwerb und Finanzierung lassen sich so aus einer Hand steuern.
Den Zeitbedarf für Immobilie und Finanzierung realistisch ansetzen
Die Suche nach einer Betriebsimmobilie und die nachfolgende Finanzierung bestimmen häufig die Dauer eines Markteintritts. Im vorliegenden Fall nahmen Suche, Auswahl, Verhandlung und Finanzierung den größten Teil der Aufbauphase ein. Rechnen Sie deshalb für diese Schritte mit mehreren Monaten und beginnen Sie früh.
Die Übergabe von Anfang an vorsehen
Eine Geschäftsführung auf Zeit sollte mit einem festen Ende geplant werden. Hier wurde die Geschäftsführung in der Nachgründungsphase strukturiert an einen dauerhaften Geschäftsführer übergeben. So geht das Wissen aus der Aufbauphase nicht verloren.

Vertraulichkeit. Alle Mandate sind anonymisiert dargestellt, Kennzahlen gerundet oder in Spannen angegeben. 

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