Stahl- und Grobblechbearbeitung: Zuschnitt optimiert
| Branche | Verarbeitendes Gewerbe |
| Leistungen von KAS | Kurzanalyse und IBR 13-Wochen-Liquiditätsplanung Unternehmensplanung und Plausibilisierung Operative Ergebnisverbesserung |
| Geschäftsmodell | Zuschnitt und Bearbeitung von Grobblechen und Profilen aus Stahl mit Laser- und Brennschneidanlagen sowie Fertigung von Baugruppen |
| Unternehmensgröße | Belegschaft im oberen zweistelligen Bereich · Umsatz im zweistelligen Millionenbereich |
| Mandatsrahmen | Zwei Mandate: Analyse und Optimierung der Produktion mit Wertstromanalyse sowie später ein Independent Business Review auf Anforderung der finanzierenden Banken · beauftragt durch die Geschäftsführung |
Ausgangslage
Das Unternehmen ist auf den Zuschnitt und die Bearbeitung von Grobblechen und Profilen aus Stahl spezialisiert. Den Ausgangspunkt der Fertigung bildet der thermische Zuschnitt auf mehreren Laser- und Brennschneidanlagen. Daran schließen sich weitere Bearbeitungsschritte bis zur Herstellung vollständiger Baugruppen an.
Die Fertigung war traditionell auf die getrennte Bearbeitung einzelner Aufträge ausgerichtet. Viele Aufträge umfassten geringe Stückzahlen mit Schneidzeiten von nur wenigen Minuten je Tafel. Nach Einführung einer neuen Software für Programmierung, Verschachtelung und Reststückverwaltung war der Produktionsablauf zudem eng an die vorbereiteten Programme gebunden. Teilweise erhebliche Abweichungen zwischen Vorgabe- und Ist-Zeiten sowie häufig eingeschobene Eilaufträge erschwerten eine verlässliche Tagesplanung.
Einige Jahre später belasteten externe Entwicklungen die wirtschaftliche Lage. Während der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Lieferkettenstörungen ab 2020 ging die Gesamtleistung deutlich zurück. Anschließend führten stark schwankende Stahlpreise, verschobene oder stornierte Aufträge und steigende Energiekosten zu weiteren Belastungen. Hinzu kamen Forderungsausfälle infolge der Insolvenz zweier Kunden. Zur Liquiditätssicherung wurden Hilfskredite aufgenommen.
Parallel erschloss das Unternehmen mit der Bearbeitung von Sonderstählen für die Sicherheits- und Wehrtechnik ein neues Geschäftsfeld. Dessen Perspektiven und Anforderungen waren in der weiteren Planung zu berücksichtigen. Die finanzierenden Banken verlangten ein Independent Business Review.
Der kritische Punkt
Im ersten Mandat erwies sich der thermische Zuschnitt als maßgeblicher Engpass. Kleine Schneidaufträge, belegte Wechseltische und die zeitaufwendige Suche nach Reststücken führten zu wiederkehrenden Stillständen. Verbesserungen in nachgelagerten Bearbeitungsschritten konnten den Gesamtdurchsatz daher nur begrenzt erhöhen, solange die verfügbare Kapazität im Zuschnitt nicht besser genutzt wurde.
Im zweiten Mandat stand die künftige Kapitaldienstfähigkeit im Mittelpunkt. Nach den Belastungen durch Pandemie, Stahlpreisentwicklung und Forderungsausfälle benötigten die Banken eine nachvollziehbare Einschätzung, ob die erwarteten Mittelzuflüsse zur Bedienung der Kredite ausreichen würden. Dafür mussten die operativen Verbesserungen und die Perspektiven des neuen Geschäftsfelds in einer integrierten Planung zusammengeführt werden.
Vorgehen
KAS begleitete das Unternehmen in zwei zeitlich aufeinanderfolgenden Mandaten: zunächst bei der Analyse und Optimierung der Produktion, einige Jahre später mit einem Independent Business Review für die finanzierenden Banken.
Die bereits vorhandene Kenntnis der betrieblichen Abläufe unterstützte die Beurteilung der Planungsannahmen. Insbesondere konnten wir die erwartete Auslastung und Produktivität anhand der Erkenntnisse aus der Produktionsanalyse einordnen.
Ergebnis
Das Unternehmen setzte die Empfehlungen aus der Produktionsanalyse in den folgenden Jahren um und entwickelte die Fertigungsorganisation darüber hinaus weiter. Die zuvor auftragsbezogene Abwicklung wurde auf eine teilebezogene Steuerung umgestellt. Einzelteile werden etikettiert und nach jedem Arbeitsgang zurückgemeldet. Die digitale Produktionsplanung berücksichtigt die Verfügbarkeit der Teile und berechnet darauf aufbauend die Liefertermine.
Zuschnitt und Abkanten wurden an einem Standort zusammengeführt. Eine kleine Schneidanlage wurde außer Betrieb genommen und eine ältere Laseranlage durch eine leistungsfähigere, energieeffizientere Anlage ersetzt. Die Neuordnung war mit einer Verkleinerung der Belegschaft verbunden.
Trotz Pandemie, Stahlpreissteigerungen und Forderungsausfällen erzielte das Unternehmen in diesen Jahren ausgeglichene bis positive Ergebnisse. Im Zuge der weiteren Entwicklung stieg die Gesamtleistung.
Die integrierte Planung des Independent Business Review wies unter Berücksichtigung der Maßnahmen und der Annahmen zum neuen Geschäftsfeld eine zunehmende Kapitaldienstfähigkeit aus. Auf dieser Grundlage stimmten die Banken der weiteren Finanzierung zu.
Maßnahmen
Praxistipps
Vertraulichkeit. Alle Mandate sind anonymisiert dargestellt, Kennzahlen gerundet oder in Spannen angegeben.
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