Stahl- und Anlagenbau: Verkauf nach Cyberangriff gesichert
| Branche | Verarbeitendes Gewerbe · Baugewerbe |
| Leistungen von KAS | Prüfung auf Insolvenzgründe 13-Wochen-Liquiditätsplanung Unternehmensplanung und Plausibilisierung Eigenverwaltung und Insolvenzplan Unternehmensverkauf / Distressed M&A |
| Geschäftsmodell | Stahl- und Metallbau mit eigener Planungsabteilung sowie landtechnischer Anlagenbau und Service an zwei Standorten |
| Unternehmensgröße | rund 45 Mitarbeiter · Umsatz im zweistelligen Millionenbereich |
| Mandatsrahmen | Liquiditätsplanung, Vorbereitung des Insolvenzantrags, kaufmännische Begleitung im Verfahren sowie Vorbereitung und Durchführung des Verkaufsprozesses · beauftragt durch die Geschäftsführung |
Ausgangslage
Das Unternehmen war im Stahl- und Metallbau sowie im landtechnischen Anlagenbau tätig. Eine eigene Planungsabteilung ermöglichte die Umsetzung von Bauprojekten von der Genehmigungsplanung bis zur Montage, auch in der Funktion eines Generalunternehmers. Ein weiterer Geschäftsbereich umfasste den Service für landwirtschaftliche Anlagen an zwei Standorten.
Im Zuge der Corona-Pandemie führten sprunghaft steigende Materialpreise im Stahlbau ab 2020 zu erheblichen Mehrkosten. Diese konnten im Rahmen bestehender Verträge nicht an die Auftraggeber weitergegeben werden. Die daraus entstandenen Verluste wurden zunächst durch staatlich unterstützte Hilfskredite finanziert. Nachdem die Hausbank eine weitere Kredittranche abgelehnt hatte, zeichnete sich für die folgenden Wochen eine Zahlungsunfähigkeit ab.
KAS wurde mit der Klärung der Liquiditätslage beauftragt. Noch in derselben Woche verschlüsselte ein Cyberangriff sämtliche IT-Systeme des Unternehmens. Auch nach deren Wiederherstellung waren die betroffenen Daten nur unvollständig verfügbar.
Der kritische Punkt
Die eingeschränkte Datenverfügbarkeit erschwerte die Ermittlung der Liquiditätslage erheblich. Gleichzeitig stand nur wenig Zeit zur Verfügung, da die Zahlungsunfähigkeit unmittelbar bevorstand. Eine außergerichtliche Lösung war unter diesen Bedingungen nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreichbar.
Die Geschäftsführung beantragte deshalb die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit. Für den Erhalt der Geschäftsbereiche mussten der laufende Betrieb im vorläufigen Verfahren stabilisiert und innerhalb weniger Wochen geeignete Investoren gefunden werden.
Vorgehen
Nach der zunächst beauftragten Untersuchung der Liquiditätslage übertrug die Geschäftsführung KAS auch die kaufmännische Begleitung im Verfahren und die Durchführung des Verkaufsprozesses.
Die Aufteilung in eigenständig erwerbbare Geschäftsbereiche ermöglichte eine gezielte Ansprache unterschiedlicher Investoren. Interessenten konnten sich auf die Einheiten konzentrieren, die ihr bestehendes Geschäft sinnvoll ergänzten. Gleichzeitig ließen sich die Verhandlungen innerhalb des engen zeitlichen Rahmens parallel führen.
Ergebnis
Der Stahlbau wurde einschließlich der Planungsabteilung vollständig von einem Erwerber übernommen. Der Anlagenservice ging an einen weiteren Erwerber. In beiden Fällen wurden auch die zugehörigen Betriebsimmobilien veräußert.
Sämtliche Beschäftigten wurden von den Erwerbern übernommen. Damit konnten beide Geschäftsbereiche fortgeführt und alle Arbeitsplätze erhalten werden.
Maßnahmen
Praxistipps
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