Onlinehandel: Verkauf an internationalen Wettbewerber
| Branche | Handel |
| Leistungen von KAS | Kurzanalyse und IBR Prüfung auf Insolvenzgründe 13-Wochen-Liquiditätsplanung Unternehmensplanung und Plausibilisierung Eigenverwaltung und Insolvenzplan Unternehmensverkauf / Distressed M&A |
| Geschäftsmodell | Online-Fachhandel in zwei saisonal geprägten Sortimentsnischen mit eigenen Shops, Marktplatzvertrieb, eigener Logistik und Versanddienstleistungen für Dritte |
| Unternehmensgröße | kleines Stammteam mit saisonaler Verstärkung · Umsatz im einstelligen Millionenbereich |
| Mandatsrahmen | Liquiditäts- und Unternehmensplanung, Begleitung in das Insolvenzverfahren sowie Strukturierung und Durchführung des Verkaufsprozesses für Unternehmer und Insolvenzverwalter · beauftragt durch den geschäftsführenden Gesellschafter |
Ausgangslage
Das Unternehmen betrieb mehrere spezialisierte Online-Shops in zwei Sortimentsnischen. In einem dieser Segmente nahm es eine marktführende Stellung in Deutschland ein. Ergänzend zum Vertrieb über eigene Shops und Online-Marktplätze übernahm es die Auftragsabwicklung für Dritte. Eine eigene Logistik ermöglichte die Auslieferung innerhalb eines Tages nach Bestelleingang.
Das Geschäftsmodell war durch ausgeprägte saisonale Schwankungen gekennzeichnet. In einem der beiden Sortimente reichte das Auftragsvolumen von nahezu ausbleibender Nachfrage im Sommer bis zu mehreren Tausend Bestellungen täglich im Vorweihnachtsgeschäft. Ein wesentlicher Teil des Jahresumsatzes und des Ergebnisses wurde innerhalb weniger Wochen im Herbst erwirtschaftet.
Der Unternehmer wandte sich zunächst mit Fragen zur Liquidität und Unternehmensplanung an KAS. Kurz vor Beginn der Hochsaison verlagerte das Unternehmen seinen gesamten Lagerbestand an einen neuen Standort. Erhebliche Verzögerungen während des Umzugs beeinträchtigten die Lieferfähigkeit, sodass Bestellungen in der entscheidenden Absatzphase nicht rechtzeitig ausgeliefert werden konnten.
Der kritische Punkt
Durch den Ausfall eines wesentlichen Teils des Saisongeschäfts fehlten die Mittel, die üblicherweise zur Finanzierung der umsatzschwächeren Monate dienten. Die entstehende Liquiditätslücke konnte aus eigener Kraft nicht geschlossen werden. Innerhalb kurzer Zeit trat Zahlungsunfähigkeit ein.
Für den Erhalt des Geschäftsbetriebs war deshalb eine zügige Erwerbersuche im Insolvenzverfahren erforderlich. Da die Zahl geeigneter Käufer innerhalb der deutschen Marktnische begrenzt war, wurde der Verkaufsprozess von Beginn an international ausgerichtet.
Vorgehen
KAS wurde zunächst mit der Untersuchung von Liquiditäts- und Planungsfragen beauftragt. Nach dem Ausfall der Hochsaison begleiteten wir den Unternehmer bei den Schritten in das Insolvenzverfahren und strukturierten den Verkaufsprozess in Abstimmung mit ihm und dem Insolvenzverwalter.
Die internationale Ausrichtung erweiterte den Kreis geeigneter Interessenten. Für ausländische Wettbewerber boten die etablierten Shops, der Kundenstamm, die Sortimentskompetenz und die vorhandene Logistik einen konkreten strategischen Nutzen. Die Übernahme ermöglichte einen Zugang zum deutschen Markt, dessen eigenständiger Aufbau erheblichen Aufwand erfordert hätte.
Ergebnis
Ein Wettbewerber aus dem europäischen Ausland übernahm den Geschäftsbetrieb. Die Online-Shops, die Kundenbeziehungen und die Sortimentskompetenz konnten dadurch im Rahmen der Übernahme fortgeführt werden.
Der Verkauf des zusammenhängenden Geschäftsbetriebs ermöglichte es, dessen Wert über die einzelnen Vermögensgegenstände hinaus zu erhalten. Ohne einen Erwerber wäre lediglich deren Einzelverwertung verblieben.
Maßnahmen
Praxistipps
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