Wachstumsfinanzierung für einen Online- und Fachhändler

Steckbrief
Branche Handel
Leistungen von KAS Unternehmensplanung und Plausibilisierung Sanierungscontrolling und Reporting Finanzierung und Refinanzierung
Geschäftsmodell Spezialisierter Groß- und Einzelhändler mit Onlinehandel für Geschäfts- und Privatkunden, eigenen Ladengeschäften und einer Niederlassung im benachbarten Ausland.
Unternehmensgröße Umsatz im hohen einstelligen Millionenbereich
Mandatsrahmen Langjährige Begleitung mit Finanzierungskonzepten zur Bankvorlage, integrierter Planung, Controlling und Unterstützung im Rechnungswesen; Auftraggeber war die Geschäftsführung
Ergebnis auf einen Blick
Mehrere Finanzierungsrunden gesichertUmlaufmittel-, Investitions- und Kontokorrentfinanzierungen sowie Förderdarlehen für jede Wachstumsstufe.
Starkes Wachstum begleitetEntwicklung zu einem Umsatz im hohen einstelligen Millionenbereich.
Controlling bis auf ProduktebeneSoll-Ist-Vergleiche nach Warengruppen und Kostenbereichen.
Monatliche Bestandsbewertung eingeführtAussagefähige Monatsergebnisse durch laufend gebuchte Bestandsveränderungen.
Auslandsniederlassung integriertEigenständige Buchhaltung und abgestimmter Jahresabschluss.

Ausgangslage

Das Unternehmen entstand aus dem Zusammenschluss mehrerer Einzelunternehmer und Personengesellschaften zu einer GmbH. Es vertreibt ein spezialisiertes Sortiment an Händler und Endkunden, über zwei Onlineshops und eigene Ladengeschäfte. In einer Marktnische hatte es sich eine hohe Reputation erarbeitet.

Die Umsätze wuchsen sprunghaft. Mit dem Wachstum stieg der Bedarf an Mitteln für die Vorfinanzierung des Warenbestands. Die Finanzierung stützte sich jedoch im Wesentlichen auf die Zahlungsziele der Lieferanten. Diese Finanzierungsform schwankte und war nicht fristenkongruent, sodass sie ein nachhaltiges Wachstum nicht tragen konnte.

Zugleich war das Rechnungswesen auf das Wachstum nicht ausgelegt. Bestandsveränderungen wurden unterjährig nicht gebucht, und eine Auswertung nach Kostenbereichen fehlte.

Der kritische Punkt

Jede Wachstumsstufe erforderte zusätzliche Mittel für Warenbestand, Lager und Investitionen. Die Banken mussten nachvollziehen können, dass der Bedarf aus dem Geschäftsmodell folgte und aus den künftigen Erträgen bedient werden konnte. Ohne monatlich gebuchte Bestandsveränderungen waren die unterjährigen Ergebnisse dafür jedoch nicht aussagefähig.

Vorgehen

Unser Auftrag umfasste über mehrere Jahre Finanzierungskonzepte zur Bankvorlage, die laufende Planung und den Aufbau des Controllings. Ergänzend unterstützten wir im Rechnungswesen.

Finanzierungskonzepte
Für jede Finanzierungsrunde analysierten wir Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage und erstellten eine integrierte Ertrags-, Liquiditäts-, Bilanz- und Kapitaldienstplanung. Daraus leiteten wir den Bedarf an Umlaufmitteln, Investitions- und Kontokorrentfinanzierung ab.
Fördermittel
Wir beantragten Förderdarlehen und begleiteten kommunale Förderprogramme, unter anderem beim Umzug an einen größeren Standort mit mehr Lagerfläche.
Rechnungswesen
Wir schufen die Grundlagen, um Bestandsveränderungen monatlich zu ermitteln und zu buchen, und unterstützten die Einführung einer Kostenstellenrechnung in der Buchhaltung. Bei Inventur und Kalkulation stehen wir weiter zur Verfügung.
Controlling
Wir führen Soll-Ist-Vergleiche bis auf Produktebene durch und werten Warengruppen und Kostenbereiche aus. Dadurch weiß das Unternehmen, in welchen Bereichen es wachsen sollte.

monatlich

Auslandsniederlassung
Wir unterstützten die Einrichtung der Buchhaltung für die Niederlassung im Ausland und stimmten die Jahresabschlüsse gemeinsam mit dem Unternehmen ab.

Wesentlich war die Verbindung von Controlling und Finanzierung. Die Auswertungen bis auf Produktebene zeigten, wo Wachstum lohnt und welcher Vorfinanzierungsbedarf daraus folgt. Dadurch ließ sich jede Finanzierungsanfrage aus den Zahlen des Unternehmens begründen.

Ergebnis

Das Unternehmen erhielt in jeder Finanzierungsrunde die benötigten Mittel. Es entwickelte sich von einem kleinen Handelsunternehmen zu einem Anbieter mit Umsatz im hohen einstelligen Millionenbereich, mit erweitertem Lager und einer Niederlassung im Ausland.

Das Mandat ist keine Sanierung, sondern eine laufende Begleitung des Wachstums. Ein Teil der kaufmännischen Aufgaben wird weiterhin mit unserer Unterstützung erledigt.

Maßnahmen

Leistungswirtschaftlich
Bestandsveränderungen werden monatlich ermittelt und gebucht. Die Buchhaltung bucht auf Kostenstellen.
Das Unternehmen zog an einen größeren Standort mit mehr Lagerfläche und gründete eine Niederlassung im benachbarten Ausland.
Finanzwirtschaftlich
Die Hausbank stellte in mehreren Runden Umlaufmittel-, Investitions- und Kontokorrentfinanzierungen bereit.
Förderdarlehen und kommunale Förderprogramme ergänzten die Finanzierung.

Praxistipps

Wachstum fristenkongruent finanzieren
Lieferantenziele sind keine verlässliche Grundlage für dauerhaftes Wachstum. In diesem Fall wurde der wachsende Warenbestand zunächst über Zahlungsziele finanziert, die schwankten. Stellen Sie die Vorfinanzierung des Bestands frühzeitig auf eine passende Bankfinanzierung um.
Bestände monatlich bewerten
Ohne gebuchte Bestandsveränderungen zeigen Monatsauswertungen im Handel kein zutreffendes Ergebnis. Hier schuf erst die monatliche Bestandsbewertung eine belastbare Grundlage für die Banken. Richten Sie diese Erfassung ein, bevor Sie über eine größere Finanzierung sprechen.
Wachstum nach Produktbereichen steuern
Nicht jeder Umsatz trägt gleich zum Ergebnis bei. Im vorliegenden Fall zeigten Auswertungen bis auf Produktebene, wo sich Wachstum lohnt. Nutzen Sie solche Analysen, um den Finanzierungsbedarf gezielt zu begründen.

Vertraulichkeit. Alle Mandate sind anonymisiert dargestellt, Kennzahlen gerundet oder in Spannen angegeben. 

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