Integrierte Planung für einen Armaturenhersteller

Steckbrief
Branche Verarbeitendes Gewerbe
Leistungen von KAS Unternehmensplanung und Plausibilisierung Sanierungsbeteiligung Finanzierung und Refinanzierung
Geschäftsmodell Entwicklung und Herstellung von Industriearmaturen, Filtern und modularen Anlagen, überwiegend als individuelle Lösungen für industrielle Kunden im In- und Ausland.
Unternehmensgröße Umsatz im mittleren einstelligen Millionenbereich
Mandatsrahmen Prüfung der Planungsprämissen, Plausibilisierung der internen Planung, Überführung in eine integrierte Planung und Kommunikation der Ergebnisse mit den Finanzierungspartnern; Auftraggeber war die Geschäftsführung
Ergebnis auf einen Blick
Beteiligung erhöhtZusätzliches Eigenkapital der Beteiligungsgesellschaft anstelle eines Bankdarlehens.
Planungsprämissen geprüftAbgleich mit abgeschlossenen Verträgen, Vorkalkulation und Einschätzungen des Vertriebs.
Integrierte Planung erstelltMonatliche Ertrags-, Liquiditäts- und Bilanzplanung für das laufende Geschäftsjahr.
Finanzierungsbedarf belegtNachweis des Mittelbedarfs über die dynamische Liquiditätsplanung trotz positivem Cashflow.
Durchgehende LiquiditätsüberdeckungIm gesamten Planungszeitraum unter Berücksichtigung der Nachfinanzierung.

Ausgangslage

Das Unternehmen entwickelt und fertigt Industriearmaturen, Filter und modulare Anlagen, überwiegend als individuelle Lösungen. Es verfügt über eine breite Kundenbasis ohne nennenswerte Abhängigkeit von einzelnen Abnehmern und einen hohen Auftragsbestand. Die Umsätze hatten sich in den Vorjahren deutlich erhöht.

Für den Neubau einer Betriebshalle und weitere Investitionen hatte das Unternehmen erhebliche Mittel eingesetzt. Diese Investitionen waren nur zu einem geringen Teil über Investitionsdarlehen finanziert, im Übrigen über Darlehen des Gesellschafters und verbundener Unternehmen und aus dem Barmittelbestand. Zugleich bestand ein hoher Kapitaldienst, der teilweise über die Verschiebung von Forderungen und Verbindlichkeiten abgefedert wurde. Aufträge wurden über Factoring vorfinanziert.

Die unterjährige Buchhaltung hatte nur eingeschränkte Aussagekraft. Bestandsveränderungen wurden unterjährig nicht erfasst, und Abschreibungen waren nur rudimentär gebucht. Für die Gespräche mit den Finanzierungspartnern fehlte damit eine belastbare Planungsgrundlage.

Der kritische Punkt

Statisch betrachtet ergab die Planung einen deutlich positiven freien Cashflow, der eine zusätzliche Finanzierung in Frage zu stellen schien. Erst die monatliche Liquiditätsplanung zeigte, dass die Mittel für den Abbau kurzfristiger Verbindlichkeiten und den späteren Ausstieg aus dem Factoring benötigt wurden. Die Finanzierungspartner mussten diesen Zusammenhang nachvollziehen können, um über eine Nachfinanzierung zu entscheiden.

Vorgehen

Unser Auftrag umfasste die Prüfung der Planungsprämissen und die Plausibilisierung der internen Planung, ihre Überführung in eine integrierte Planung und die Kommunikation der Ergebnisse mit den Finanzierungspartnern.

Analyse der Ist-Lage
Wir analysierten Kundenstruktur, Ertragslage nach Kostenstellen und die Entwicklung der Liquidität über eine Kapitalflussrechnung mehrerer Jahre. Dabei bereinigten wir Sondereffekte aus dem Hallenbau und berücksichtigten Abschreibungen kalkulatorisch.
Plausibilisierung der Planung
Wir prüften die Planungsprämissen des Unternehmens anhand der abgeschlossenen Verträge, der Vorkalkulation und der Einschätzungen des Vertriebs zu Schlüsselkunden.
Integrierte Planung
Wir überführten die Prämissen in eine monatliche Ertrags-, Liquiditäts- und Bilanzplanung. Die Nachfinanzierung und den Factoring-Ausstieg bildeten wir mit ihren Wirkungen auf Forderungen, Zahlungsziele und Zinsen ab.
Gespräche mit den Finanzierern
Wir erläuterten die Ergebnisse gegenüber der Beteiligungsgesellschaft und den Banken.

Wesentlich war die Gegenüberstellung von statischer und dynamischer Betrachtung. Sie machte für die Finanzierungspartner nachvollziehbar, warum ein Unternehmen mit positivem Ergebnis dennoch zusätzliche Mittel benötigte.

Ergebnis

Die Beteiligungsgesellschaft erhöhte ihre Beteiligung über den ursprünglich geplanten Betrag hinaus. Die Erhöhung trat an die Stelle eines zunächst vorgesehenen Bankdarlehens. Damit war die Nachfinanzierung der Investitionen gesichert, und die Planung wies im gesamten Planungszeitraum eine Liquiditätsüberdeckung aus.

Der Ausstieg aus dem Factoring ist für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen. Bis dahin bleiben die Vorfinanzierung der Aufträge und die Kosten des Factorings eine Belastung.

Maßnahmen

Leistungswirtschaftlich
Bestandsveränderungen sollen künftig auch unterjährig laufend erfasst werden, damit die Monatsauswertungen aussagekräftig sind.
Die Personalplanung berücksichtigte das Ausscheiden einzelner Mitarbeiter im laufenden Geschäftsjahr.
Finanzwirtschaftlich
Die Beteiligungsgesellschaft erhöhte ihre Beteiligung und stellte damit zusätzliches Eigenkapital bereit.
Der Gesellschafter und verbundene Unternehmen hatten die Investitionen bereits zuvor mit Darlehen mitfinanziert.
Der Ausstieg aus dem Factoring ist vorgesehen, sobald die Innenfinanzierungskraft dafür ausreicht.

Praxistipps

Investitionen fristenkongruent finanzieren
Langfristige Investitionen aus dem Barmittelbestand zu finanzieren, schwächt die Liquidität für das laufende Geschäft. In diesem Fall wurde ein Hallenbau weitgehend aus eigenen Mitteln bezahlt, sodass später Factoring und Verschiebungen im Zahlungsverkehr nötig wurden. Stimmen Sie größere Investitionen deshalb vorab mit Ihren Finanzierungspartnern ab.
Die Liquidität monatlich planen
Eine Jahresbetrachtung kann einen Finanzierungsbedarf verdecken, der innerhalb des Jahres entsteht. Hier zeigte erst die monatliche Liquiditätsplanung, warum zusätzliche Mittel trotz positivem Cashflow nötig waren. Legen Sie Ihren Finanzierern deshalb eine integrierte Planung auf Monatsbasis vor.
Die unterjährige Buchhaltung aussagefähig halten
Ohne Bestandsveränderungen und Abschreibungen geben Monatsauswertungen kein zutreffendes Bild. Im vorliegenden Fall mussten diese Positionen für die Planung kalkulatorisch ergänzt werden. Eine laufende Erfassung erleichtert jedes Finanzierungsgespräch.

Vertraulichkeit. Alle Mandate sind anonymisiert dargestellt, Kennzahlen gerundet oder in Spannen angegeben. 

Sie stehen vor ähnlichen Fragen?

Wir besprechen mit Ihnen, welche Erfahrungen aus unseren Mandaten für Ihr Unternehmen hilfreich sein können und welche nächsten Schritte infrage kommen. Das Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich.

Rufen Sie uns an0341 24 66 25 90

Meldungen mit ähnlichen Inhalten