Verlustursache in Großprojekten aufgedeckt – IBR im GxP-Umfeld
| Branche | Dienstleistungen |
| Leistungen von KAS | Kurzanalyse und IBR Prüfung auf Insolvenzgründe Geschäftsführerhaftung in der Krise Unternehmensplanung und Plausibilisierung Bewertung von Sanierungsoptionen Fortführungsprognose |
| Geschäftsmodell | Ingenieur- und Beratungsdienstleister für die regulierte Pharma-, Biotech- und Chemieindustrie: Planung, Engineering, Validierung und Projektmanagement im GxP-Umfeld, Tochter einer internationalen Unternehmensgruppe |
| Unternehmensgröße | Gesamtleistung im zweistelligen Millionenbereich · mehrere Standorte · rund 100 Mitarbeiter |
| Mandatsrahmen | Independent Business Review mit Analyse der wirtschaftlichen Lage, Kurzcheck von Controlling und Reporting, Prüfung der Planung und Hinweisen zur Fortführungsprognose · beauftragt durch die Geschäftsführung |
Ausgangslage
Das Unternehmen arbeitete seit Jahren defizitär. Betriebsergebnis und Jahresergebnis waren über vier Jahre durchgängig negativ; die Verluste summierten sich auf einen Millionenbetrag. Schon das Rohergebnis nach Fremdleistungen und Personalkosten lag deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Unternehmen, unter anderem, weil leistungsabhängige Gehaltsbestandteile weitgehend in Festgehalt umgewandelt worden waren. Eingeleitete Personalreduzierungen hatten daran nichts Grundlegendes geändert.
Finanziert wurden die Verluste fast vollständig über Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften der Unternehmensgruppe. Die Gesellschaft war bilanziell überschuldet; zwei Gruppengesellschaften hatten für ihre Forderungen den Rangrücktritt erklärt. Zugleich stand ein Wechsel in der Geschäftsführung an. Die Geschäftsführung brauchte eine unabhängige Analyse, woher die Verluste kamen und wie es weitergehen kann.
Der kritische Punkt
Das Unternehmen hing an der Bereitschaft der Gruppe, die laufenden Verluste weiter zu finanzieren. Diese Bereitschaft setzte voraus, dass sich die Ursache der Verluste finden und beheben lässt. Gleichzeitig fehlte die Fortführungsprognose, auf die sich die Bilanzierung zu Fortführungswerten hätte stützen müssen.
Vorgehen
Die Geschäftsführung beauftragte KAS mit einem Independent Business Review. Grundlage waren Jahresabschlüsse, Auswertungen aus dem ERP-System, Planungen, Prozess- und Stellenbeschreibungen sowie Gespräche mit Finanzbereich und operativ tätigen Mitarbeitern.
Entscheidend war die Projektanalyse. Sie zeigte, dass die Verluste nicht gleichmäßig über das Geschäft verteilt waren, sondern sich in wenigen großen Festpreisprojekten bündelten. Damit gab es einen konkreten Ansatzpunkt für die Sanierung.
Ergebnis
Das Review machte die Ursache der Verluste sichtbar und ordnete sie in Projekte, Organisation und Steuerung ein. Kleinere Projekte und Aufwandsprojekte schlossen im Durchschnitt deutlich besser ab; Großprojekte mit Festpreis waren regelmäßig unrentabel, auch weil Nachträge nicht konsequent durchgesetzt wurden. Die Prozesse selbst waren grundsätzlich geeignet. Die Schwächen lagen in der Organisationsstruktur, in häufigen Wechseln auf der Leitungsebene und in der Mehrfachbelastung einzelner Führungskräfte.
Wegen des weiterhin vorhandenen Marktes für die Leistungen empfahl KAS die außergerichtliche Sanierung. Die neue Geschäftsführung sollte nach einer Einarbeitungszeit ein Sanierungskonzept erstellen und umsetzen; erstes Ziel war, innerhalb von neun Monaten keine weiteren Verluste mehr zu schreiben. Ein weiterer Liquiditätsbedarf aus der Gruppe war in dieser Zeit realistisch, seine Höhe aber noch zu ermitteln.
Maßnahmen
Praxistipps
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