FORTFÜHRUNGS­PROGNOSEN & FORTBESTEHENS­PROGNOSEN

Auch wenn die handels­rechtliche Fort­führungs­prognose und die insolvenz­rechtliche Fort­bestehens­prognose umgangs­sprachlich oft gleichgesetzt werden, haben sie unter­schiedliche Zielrichtungen und Inhalte. Wir sind für beide Gutachten Ihre kompetenten Ansprechpartner.

Fortführungs­prognosen

Bilanzierungsflichtige Kaufleute müssen gem. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB überprüfen, ob der Unternehmensfortführung tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Kriterien für die Fortführung der Unternehmens­tätigkeit

  • das Unternehmen hat in der Vergangenheit nachhaltig Gewinne erzielt

  • es kann leicht auf finanzielle Mittel zurückgreifen

  • es droht keine bilanzielle Überschuldung

Wenn alle drei Kriterien positiv geprüft werden können, liegt bereits eine implizite Fortführungs­prognose vor. Wenn dagegen ein Kriterium zweifelhaft ist oder andere Indizien auftreten, muss eine explizite handels­rechtliche Fortführungs­prognose erstellt werden.

Verantwortlichkeit und Inhalte

Die Verantwortung dafür tragen die gesetzlichen Vertreter des Unternehmens. Mit Blick auf die rechtlichen Konsequenzen wird empfohlen, in diesen Sondersituationen einen sachkundigen Dritten einzubeziehen. Häufig wird dies durch die Kredit­institute, Steuerberater und Wirtschafts­prüfer auch ausdrücklich gefordert.

Die Grundlage für die Prognose ist die eine integrierte Planungs­rechnung mit einem Planungs­horizont von 12 Monaten ab Bilanz­stichtag. Darauf aufbauend ist das Vorliegen von Insolvenz­antrags­gründen (Zahlungs­unfähigkeit gem. § 17 InsO und Überschuldung gem. § 19 InsO) zu prüfen. Ebenfalls betrachtet werden relevante betriebliche und rechtliche Umstände. Bei Bedarf entwickeln wir auch notwendige betriebs­wirtschaftliche bzw. organisatorische Maßnahmen.

Folgen einer positiven Fortführungsprognose

Wenn im Ergebnis eine positive Fortführungs­prognose abgegeben werden kann, ist handels­rechtlich von einer Fortführung der Unternehmens­tätigkeit auszugehen. In diesem Fall sind bei der Bewertung der Vermögens­gegenstände in der Bilanz die Vorschriften der §§ 252-256a HGB heranzuziehen. Bei einer negativen Fortführungs­prognose ist die Einstellung des Geschäfts­betriebes überwiegend wahrscheinlich. Der Wertansatz richtet sich dann an den Veräußerungs­werten aus.

Die Fortführungs­prognose dokumentiert, dass die Geschäfts­leitung ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachgekommen ist. Weiterhin dient sie der Haftungs­vermeidung der Steuerberater.

Kontaktieren Sie uns unverbindlich, um zu erörtern, ob eine handels­rechtliche Fortführungs­prognose erforderlich ist!

Unsere Experten unterstützen Sie auf Basis langjähriger Erfahrung sowohl bei der Erstellung einer handels­rechtliche Fortführungs­prognose als auch einer insolvenz­rechtlichen Fortbestehens­prognose. Sprechen Sie uns an!