Quick Check für ein Ingenieurunternehmen der Wasserwirtschaft

Steckbrief
Branche Dienstleistungen · Energie und Rohstoffe
Leistungen von KAS Kurzanalyse und IBR Unternehmensplanung und Plausibilisierung Finanzierung und Refinanzierung
Geschäftsmodell Ingenieurunternehmen für Simulation und Anlagentechnik in der Wasserwirtschaft, mit Projekten für Betreiber von Anlagen der Wasserversorgung und Abwasserreinigung.
Unternehmensgröße Rund 30 Mitarbeiter, Umsatz im einstelligen Millionenbereich
Mandatsrahmen Quick Check zur Bankvorlage mit Prüfung der Planungsprämissen und Ermittlung des Umlaufmittelbedarfs sowie geförderter Beratungsbericht mit Handlungsempfehlungen; Auftraggeber war die Geschäftsführung
Ergebnis auf einen Blick
Planung des Unternehmens bestätigtEigene Ertrags- und Liquiditätsplanung durch unabhängige Neuberechnung bestätigt.
Umlaufmittelbedarf belegtBedarf zur Vorfinanzierung der Aufträge aus der Liquiditätsplanung abgeleitet.
Finanzierung gesichertZusätzliche Mittel der Hausbank für die Vorfinanzierung der Aufträge.
Handlungsempfehlungen übergebenEmpfehlungen zu Liquidität, Gesellschaftsstruktur und Erschließung ausländischer Märkte.

Ausgangslage

Das Unternehmen entwickelt Lösungen für die Wasserversorgung und Abwasserreinigung. Es verbindet Strömungssimulationen mit eigener Anlagentechnik und hatte in den Vorjahren einen hohen Reifegrad erreicht, mit abgeschlossener Softwareentwicklung und anerkannten Referenzprojekten. Der Auftragsbestand ließ eine Verdopplung des Umsatzes erwarten.

Mit dem Wachstum stieg der Bedarf an Mitteln für die Vorfinanzierung der Projekte. Die vorhandene Kontokorrentlinie reichte dafür nicht aus. Aufträge konnten teilweise nicht angenommen werden, Projekte verzögerten sich, und Lieferantenskonti ließen sich kaum nutzen. Das belastete Umsatz und Ergebnis.

Für die Gespräche mit der Hausbank benötigte das Unternehmen eine unabhängige Beurteilung seiner Planung und eine belastbare Ableitung des Finanzierungsbedarfs.

Der kritische Punkt

Die Bank musste darauf vertrauen können, dass das erwartete Wachstum durch die vorhandenen Aufträge gedeckt war und der zusätzliche Kreditbedarf zum Geschäftsmodell passte. Entscheidend dafür war, ob die Planung des Unternehmens einer unabhängigen Prüfung standhielt.

Vorgehen

Unser Auftrag umfasste einen Quick Check zur Bankvorlage einschließlich der Begleitung der Bankgespräche sowie einen geförderten Beratungsbericht mit Schwachstellenanalyse und Handlungsempfehlungen.

Ist-Analyse
Wir analysierten Ertrags-, Vermögens- und Liquiditätslage, die Geschäftsfelder, den Markt und die Wettbewerbssituation sowie das Berichtswesen des Unternehmens.
Prüfung der Planungsprämissen
Wir prüften die Planungsprämissen anhand der Projektkalkulationen, der Nachkalkulation abgeschlossener Projekte und des Auftragsbestands.
Unabhängige Planung
Wir erstellten die Ertrags-, Liquiditäts- und Kreditplanung vollständig neu und verglichen sie mit der Planung des Unternehmens. Die Abweichungen beschränkten sich auf steuerliche Effekte und die Wirkung neuer Darlehen.
Umlaufmittelbedarf
Aus der monatlichen Liquiditätsplanung leiteten wir den Bedarf für die Vorfinanzierung der Aufträge ab, einschließlich eines Puffers für Unwägbarkeiten.
Empfehlungen und Bankgespräche
Wir fassten Stärken, Schwächen und Handlungsempfehlungen zusammen und begleiteten die Gespräche mit der Hausbank.

Wesentlich war, dass die unabhängig erstellte Planung die Planung des Unternehmens bestätigte. Die Bank konnte damit auch künftig auf die eigenen Planungsrechnungen des Unternehmens als Gesprächsgrundlage zurückgreifen.

Ergebnis

Der Quick Check bestätigte die Planung und den Finanzierungsbedarf des Unternehmens. Auf dieser Grundlage stellte die Hausbank zusätzliche Mittel für die Vorfinanzierung der Aufträge bereit.

Für die Erschließung ausländischer Märkte empfahlen wir, zuvor den Patentschutz in den Zielländern zu klären und die Gesellschaftsstruktur anzupassen. Diese Schritte lagen außerhalb des Mandats.

Maßnahmen

Leistungswirtschaftlich
Das Unternehmen plant seine Liquidität bereits tagesgenau auf Basis der einzelnen Projekte und kalkuliert alle Projekte laufend nach.
Vertrieb und Marketing sollten verstärkt und die Nachfrage aus dem Ausland erst nach Klärung von Patentschutz und Gesellschaftsstruktur bedient werden.
Finanzwirtschaftlich
Die Hausbank stellte zusätzliche Mittel für die Vorfinanzierung der Aufträge bereit.
Die Gesellschafter hatten das Unternehmen bereits zuvor mit Darlehen im Rangrücktritt und einer stillen Beteiligung gestärkt.

Praxistipps

Wachstum vorfinanzieren
Steigende Aufträge binden Liquidität, bevor sie Erträge bringen. In diesem Fall konnten Aufträge teilweise nicht angenommen werden, weil die Mittel für die Vorfinanzierung fehlten. Planen Sie den Umlaufmittelbedarf deshalb mit dem Auftragsbestand, nicht erst mit dem Umsatz.
Die eigene Planung prüfen lassen
Eine unabhängig bestätigte Planung stärkt die Verhandlungsposition gegenüber der Bank. Hier bestätigte die Neuberechnung die Planung des Unternehmens weitgehend. Eine solche Bestätigung erleichtert auch künftige Finanzierungsgespräche.
Vor der Internationalisierung die Struktur klären
Der Schritt in ausländische Märkte verändert Risiken und Haftung. Im vorliegenden Fall fehlte für ein Zielland noch der Patentschutz, und die Gesellschaftsstruktur war auf das Inlandsgeschäft ausgerichtet. Klären Sie beides, bevor Sie Aufträge im Ausland annehmen.

Vertraulichkeit. Alle Mandate sind anonymisiert dargestellt, Kennzahlen gerundet oder in Spannen angegeben. 

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